Der Dorfplatz von Tannfeld ist ein offener, mit Kopfsteinen gepflasterter Bereich, umgeben von einigen der wichtigsten Gebäude des Dorfes. Neben dem Gasthaus „Zur Rast am Wirselbach“ und dem kleinen Rathaus findet man hier auch eine alte, knorrige Eiche, die sich bereits seit Generationen an derselben Stelle erhebt und im Sommer willkommenen Schatten spendet. In der Mitte des Platzes plätschert ein Brunnen mit einem steinernen Wasserspeier in Form eines stilisierten Ebers – ein Symbol für Kraft und Fruchtbarkeit, das in dieser Region Aventuriens verehrt wird.
Der Markttag
Einmal pro Woche, gewöhnlich an einem Praios- oder Rahjatag (je nachdem, wann die Händler anreisen), verwandelt sich der Dorfplatz in einen farbenfrohen Schauplatz. Händler aus den umliegenden Dörfern und Städten schlagen ihre Stände auf und präsentieren ihre Waren: Obst und Gemüse, Stoffe, Gewürze, einfache Werkzeugteile, aber auch Kuriositäten wie geschnitzte Amulette oder importierte Gewürze aus fernen Landen.
Die Dorfbewohner und Besucher schlendern zwischen den Ständen hin und her, feilschen mit den Händlern und tauschen Neuigkeiten aus. Vor der alten Eiche veranstaltet gelegentlich ein Bänkelsänger mit seiner Laute ein kleines Spektakel – zur Freude der Kinder, die ihn oft neugierig umringen, und der Erwachsenen, die gern für einen Moment den Alltag vergessen.
Die Markthändler und Dorfbewohner
- Esmara Krähenflug: Eine reisende Händlerin aus dem Süden, die bunte Stoffe, Schmuck und Gewürze mitbringt. Sie ist bei den Dorfbewohnern beliebt, da sie häufig kleine Proben von exotischen Gewürzmischungen verteilt.
- Gerolf Preust: Ein robust gebauter Bauernsohn aus einem Nachbardorf, der Tannfeld mit frischen Eiern, Käse und Trockenfleisch beliefert. Seine ausgeprägte Stimme macht ihn zu einem guten Marktschreier, der die Leute schon von Weitem anlockt.
- Morga (die Heilerin) nutzt den Markttag oft, um ein paar ihrer selbst hergestellten Kräuterbündel, Salben und Tinkturen an interessierte Kunden zu verkaufen und gleichzeitig Neuankömmlinge zu begutachten.
Besondere Begebenheiten
Zu besonderen Anlässen, wie Erntedank oder während religiöser Feste, verwandelt sich der Markttag in ein wahres Dorffest. Dann wird unter der Eiche getanzt, musiziert und bis in die späten Abendstunden gefeiert. Auch Turnierspiele wie Sackhüpfen oder Wettläufe für die Kinder finden statt, und der Schmied Oldrich Sengenfass zeigt manchmal sein Geschick mit dem Hammer.
Der Dorfplatz von Tannfeld ist damit das lebendige Zentrum der Gemeinschaft: ein Ort des Handels, des Austauschs und der Geselligkeit. Er spiegelt die Offenheit des Dorfes wider und ist zugleich ein Schauplatz, an dem sich Neuankömmlinge und Alteingesessene kennenlernen und die Gemeinschaft stärken.